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Begeistertes Publikum beim 3. Kleinkunstabend

2019 08 17 Gerhard 16Georg Kreisler und Gerhard Bönig – schon im Aussehen ist auf der Bühne eine gewisse Ähnlichkeit unübersehbar. Bereits zum dritten Mal zog Gerhard Bönig im Rahmen eines Kleinkunstabends das Publikum in seinen Bann und begeisterte mit dem überaus schwarzen und tiefsinnigen Humor des 1922 in Wien geborenen Georg Kreisler. Dieser war aufgrund seiner jüdischen Abstammung 1938 in die USA emigriert und erst 1955 nach Europa zurückgekehrt.

Doch wie sein Landsmann Kishon bewältigte Kreisler seine Erlebnisse durch eine ganz besondere Art der Satire. Vermutlich ist das „Tauben vergiften im Park“ die wohl bekannteste Ausgabe seines schwarzen Humors und bildete den Schlusspunkt des 1. Programmteils, der aufgrund unvorhergesehener Sanierungsarbeiten am Sängerheim mit dem besonderen Ambiente der Sängerlaube im Pfarrsaal stattfinden musste. Doch das tat der hervorragenden Stimmung des Abends und dem Können des Künstlers – auch wenn es einen österreichischen oder jiddischen Dialekt erforderte und immer mit dem rollenden R - absolut keinen Abbruch.

Er widmete Teil 1 der Schlager- und Liedermusik Kreislers mit „In der Wirklichkeit, da gibt es Träume“, dem „Mütterlein“, das dem Sohn alle lebensnotwendigen Schandtaten beibringt. Weiter einer „Ode“ an seine dritte Frau „Barbara“, von der er träumt, obwohl er sie nicht kennt und dann an „Das Mädchen mit den drei blauen Augen“, der Liebschaft mit „am Mädele“ und dem „herrlichen Weib“, das nichts kann außer herrlich sein. Schließlich baten Georg Bönig - oder vielleicht doch Gerhard Kreisler „Bitte erschieß deinen Gatten“ bevor er sich über die Gefangenschaft der „Ehe“ ausließ und mit „Bidla Buh“ vergeblich davon träumte, dass ihn seine Frau verlässt.

In den politisch angehauchten zweiten Teil des Abends startete Gerhard Bönig mit „Spielen wir Unfall“ im Kernkraftreaktor, überlegte, was wohl sein Hund macht im Falle eines Krieges, und hatte Mitleid mit den Eltern eines missratenen Sohns mit dem Beruf des „Generals“. Damit nicht genug wurde seine niedrige Meinung über „Was für ein Ticker ist der Politiker?“ oder über den Arschkriechenden Staatsbeamten oder den „Furz“ der Demokratie unvergesslich schwungvoll deutlich. Dass sich trotz der vielen Kriege über die Jahrhunderte nichts geändert hat hörte man in „Wo sind die Zeiten dahin“, und das änderte auch nicht der reiche „Fata von Morgana“ oder die Wortspiele im „Bessarabien“. Clever hob sich der Besitzer des „Bluntschli“ von der Menge ab und im „Kärtner Männerchor“ erinnerte Kreislers Lied an das arme einäugige Elschen bevor Bönig dessen ganz besondere Freundschaft zum „guaten alten Franz“ besang. In den unvermeidlichen und kräftig erklatschten Zugaben brachte Gerhard Bönig noch „Weihnachten ist eine schöne Zeit“ und das besonders tiefsinnige „Schnitzler in Hollywood“ zu Gehör.

Ganz bestimmt hatte der 1. Vorsitzende des Gesangvereins „Frohsinn 1842“ als Organisator des 3. Chansonabends mit seiner Ankündigung eines „unvergesslichen Abends“ mit Gerhard Bönig als perfektes Double von Georg Kreisler nicht zu viel versprochen.

 

Bericht: Liane Merkle

Bilder: Liane Merkle & GV Mudau

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